Der Nutri-Score prangt seit 2020 auf der Vorderseite vieler Lebensmittelverpackungen im Supermarkt. Die bunte Skala ergänzt die verpflichtende Nährwerttabelle auf der Rückseite.
Wer sich im Supermarkt zwischen drei verschiedenen Müslis entscheiden muss, könnte natürlich die Nährwerttabellen vergleichen. Wie viel Zucker? Wie viele Ballaststoffe? Und was ist mit dem Fett? Der Nutri-Score fasst diese Informationen zusammen und erleichtert damit den Vergleich. Er ist quasi die Zusammenfassung der Nährwerttabelle.
Ich habe den Eindruck viele nutzen ihn nicht oder trauen ihm nicht über den Weg. Dabei kann er sehr nützlich sein, wenn man weiß, was er kann und was nicht.
Aber wie kommt man überhaupt auf die Wertung mit den Buchstaben?
So wird der Nutri-Score berechnet
Seit 2020 wird der in Frankreich entwickelte Nutri-Score in Deutschland eingesetzt. Er verrechnet günstige Bestandteile, die wir häufiger essen sollten mit ungünstigen, die wir seltener Essen sollten und gibt als Ergebnis eine farbige Skala von A bis E aus. Je weniger Punkte ein Produkt bekommt, desto günstiger sind seine Nährwerte.
Für Protein, Ballaststoffe und Obst-, Gemüse- und Hülsenfrüchteanteil gibt es Punkteabzug. Für Zucker, Energie (Kalorien), Natrium (Salz) und gesättigte Fettsäuren gibt es Pluspunkte. Entsprechend der Punktezahl gibt es dann einen Buchstaben. Bei Getränken gibt es auch Punkte für Süßstoffe.
Die Berechnungen machen die Hersteller selbst. Ob sie das richtig machen, kann in Deutschland von der RAL gGmbH (der nationale Regulator) und der Lebensmittelüberwachung überprüft werden. Die Nutzung des Scores ist zwar freiwillig, ist eine Marke aber dabei, muss sie alle ihre Produkte kennzeichnen nicht nur die mit vorteilhaftem Score.
Die Nährwerte eines Lebensmittels auf einen Score zu berechnen ist eine schwierige Aufgabe. Deswegen wird der Algorithmus dahinter von einem unabhängigen Expert*innen-Gremium auf Grundlage der nationalen Ernährungsempfehlungen weiterentwickelt. Mitgliedsländer sind Frankreich, Belgien, Spanien, Luxemburg, der Schweiz und die Niederlande.
Seit der Änderung 2024 werden Ballaststoffe und der Salz- und Zuckergehalt stärker gewichtet. Bei Getränken werden seitdem auch Süßstoffe negativ in den Score mit einberechnet. Nur Wasser kann bei Getränken einen A-Score bekommen.
So kann man den Nutri-Score nutzen
Der Nutri-Score zeigt die Nährstoffzusammensetzung eines Lebensmittels als ganzes. Sein Ziel ist die schnelle Vergleichbarkeit von Produkten, die man austauschen kann. Das hilft beim Einkaufen im Supermarkt eine bessere Wahl zu treffen. Im Prinzip gibt es drei mögliche Anwendungen:
Lebensmittel vergleichen, die den gleichen Zweck erfüllen sollen. Zum Beispiel welches Tiefkühlgericht man zum Abendessen einkauft.
Direkter Vergleich von gleichen Produkten zwischen verschiedenen Marken. Zum Beispiel zwischen Schokomüslis.
Vergleich zwischen unterschiedlichen Sorten. Welches Schlemmerfilet ist besser? Oder welche Geschmacksrichtung Nuggets ist besser?
Was aber keinen Sinn macht ist Nutri-Score einer Tiefkühlpizza mit dem eines Naturjoghurts zu vergleichen. Beide Lebensmittel erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Ein Nutri-Score D bedeutet auch nicht, dass wir solche Lebensmittel nicht mehr essen sollten aber, dass es vielleicht ein besseres, ähnliches Produkt gibt.
Wer von euch nutzt den Nutri-Score? Und welche Erfahrungen habt ihr damit.
Dafür kann man den Nutri-Score nicht nutzen.
Wer bestimmte Nährstoffe meiden oder auf bestimmte Allergene in Lebensmittel achten muss, kann sich nicht auf den Nutri-Score alleine verlassen, sondern muss immer auf die Zutatenliste schauen.
Der Nutro-Score vergleicht ausgewählte Nährstoffe und berechnet daraus einen Gesamt-Score. Vitamine und Mineralstoffe werden vom Nutri-Score nicht berücksichtigt. Damit macht er keine Aussage ob ein Lebensmittel insgesamt gesund ist. Um sich ausgewogen zu ernähren, sollte man sich weiter an den Ernährungsempfehlungen der DGE orientieren.
Für Säuglingsnahrung und Beikost ist der Nutri-Score nicht geeignet, da Kinder zwischen null und drei Jahren andere Ernährungsbedürfnisse haben. Das gleiche gilt für bilanzierte Nahrung.
Fazit
Der Nutri-Score ist eine Entscheidungshilfe beim Einkaufen. Er trifft aber keine Aussagen darüber ob wir uns gesund ernähren. Für eine ausgewogene Ernährung hilft es sich weiter an den Empfehlungen der DGE zu orientieren. Es kommt immer auf die Menge und Häufigkeit an. Dein D ist kein Verbot und ein A keine Gesundheitsgarantie.
Quellen
BZfE: Der Nutri-Score
https://www.bzfe.de/kueche-und-alltag/einkaufen/nutri-score
RAL - Nutri-Score Fragen und Antworten
https://www.ral.de/app/uploads/2025/04/FAQ-Nutri-Score-DE.pdf




Verstehe ich gut. Magentechnisch bin ich ja gerade gezwungen das alles zu lesen. Und ehrlich, für mich mit 50 sind die Zutatenlisten echt klein gedruckt :-)
Vielen Dank für diesen Beitrag und den wichtigen Hinweis, dass man damit nicht unterschiedliche Lebensmittel vergleichen kann sondern immer nur "gleiche".
Kornflakes und Co. habe ja z.B. einen relativ guten Score, aber sind absolut nicht gesund :-)